Infos zum Thema Darmkrebs

BKK gegen Darmkrebs

Interview mit Dr. Christa Maar, Felix Burda Stiftung

Darmkrebs ist vermeidbar

Mehr als 62.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an Darmkrebs, der häufigsten Krebsart in Deutschland. An den Folgen von Darmkrebs sterben jährlich 26.000 Betroffene.

Dabei kann Darmkrebs, wie sonst keine andere Krebserkrankung, durch verschiedene Vorsorgemaßnahmen verhindert werden. Bei rechtzeitiger Früherkennung von Darmkrebs liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent.

Statement von Franz Knieps, BKK Dachverband e. V.

Wie entsteht Darmkrebs?

Die genaue Entstehung von Darmkrebs ist nicht bekannt. Man geht davon aus, dass der Tumor in den meisten Fällen aus Polypen entsteht. Darmpolypen verursachen in aller Regel keine Beschwerden, allerdings können sie erkennbar (Blut im Stuhl) oder für das Auge nicht erkennbar (occult) bluten. Im Frühstadium verursacht Darmkrebs in der Regel keine Beschwerden – die Entwicklung vom Polyp (Adenom) zum Tumor dauert oft bis zu 10 Jahre. Als Frühzeichen kann Darmkrebs Stuhlunregelmäßigkeiten verursachen, im Spätstadium auch Blutarmut, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Früherkennung lohnt sich, denn auch bei der Diagnose Darmkrebs kann man diesen im Frühstadium heilen.
Darmkrebsentwicklung

Was können Sie tun?

Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und reichlich Bewegung hilft bei der Vorbeugung. Das Risiko zu erkranken steigt mit dem Alter, und zwar, ohne familiäre Häufung ab dem 45. Lebensjahr. Eine familiäre (erbliche) Vorbelastung ist insofern von Bedeutung, als dass Dick- und Enddarmkrebs gehäuft von Generation zu Generation vorkommt. Allerdings weisen Krebserkrankungen anderer Organe, wie Gebärmutter, Magen, Blase, Dünndarm und Haut u. a. ebenfalls auf eine erbliche Veranlagung hin. Wer glaubt, dass in seiner Familie ein erhöhtes Krebserkrankungsrisiko vorliegt, sollte auch schon vor 45 ein besonderes Augenmerk auf die Darmkrebsvorsorge legen – und sich zumindest ärztlich beraten lassen. Einen Vorabcheck gibt es hier zum Download: Schnell-Check Darmkrebs

Beste Vorsorge ist die Darmspiegelung

Die Darmspiegelung ist nach heutigem Stand die sicherste Art Darmkrebs zu vermeiden. Diese Untersuchung ist eine Leistung Ihrer BKK wenn Sie Beschwerden haben, oder vorsorglich wenn Sie 55 Jahre alt sind.

Diese Vorsorgedarmspiegelung wird von speziellen Ärzten (Gastroenterologen) durchgeführt. Diese Untersuchung erfolgt ambulant und hat auch den Vorteil dass entsprechende Vorstufen (Polypen/Adenome) gleich bei der Untersuchung abgetragen werden.
VIDEO HIER

Ist eine Darmspiegelung riskant?

Eine Darmspiegelung ist schmerzfrei und sehr risikoarm. Sie erhalten auf Wunsch eine Schlafspritze so dass Sie von der eigentlichen Untersuchung nichts mitbekommen. Sicher etwas unangenehm ist die Vorbereitung auf die Spiegelung. Der Darm muss zur Untersuchung sauber sein, d.h Sie müssen viel Flüssigkeit und auch eine Spüllösung zu sich nehmen.
Koloskopie
Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber, dass Sie diese sicherste Vorsorge und Früherkennung gegen Darmkrebs machen möchten. Er wird Ihnen gerne weiterhelfen. Für die Vorsorgedarmspiegelung benötigen Sie keine Überweisung und auch keine Praxisgebühr.

Bester Stuhltest ist ein immunologischer Test

Sie können sich nicht zu einer Darmspiegelung entschließen? Schade, denn diese Untersuchungsart ermöglicht es, bereits bei der Untersuchung die Vorstufen von Krebs in Form von Polypen sicher zu entfernen. Wenn Sie sich vor einer Darmspiegelung scheuen, dann sollten Sie zumindest einen Stuhltest machen.

Ein sehr sicherer Test, der unproblematisch zu Hause durchzuführen ist, ist der immunologische Darmkrebsfrüherkennungstest. Diesen können Sie als Versicherter einer der teilnehmenden Kassen kostenfrei anfordern. Nach Durchführung des Tests senden Sie diesen zur Auswertung an das Labor ein und erhalten vor dort die schriftliche Benachrichtigung über das Ergebnis.

Beratung durch wen?

Ergreifen Sie die Chance, Darmkrebs früh zu erkennen oder erst gar nicht entstehen zu lassen und nutzen Sie dabei das – bis auf das anfallende Porto (1,45 €) – kostenlose Angebot Ihrer BKK.

Generell gilt natürlich, dass Sie jede Art von Darmbeschwerden oder Blut im Stuhlgang direkt Ihrem Arzt mitteilen – unabhängig von den beschriebenen Möglichkeiten der Früherkennung.

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